
Es darf auch bunt werden: Holz hier mal in farbenfrohem Blau (Foto:
Angelika Moll)
Schluss mit der grauen Einöde
Abhilfe verschafft ein Boden aus Holz, der den eigenen Betonkasten
nicht nur ungemein verschönert, sondern zudem mit einem richtigen Wohlfühlfaktor
aufwartet: Auch im heißesten Sommer ist er stets angenehm barfuss begehbar,
im Winter hingegen speichert er die unangenehme Kälte kaum. Das freut
die Füße und das eigene Wohlbefinden!
Terrassenfliesen oder Handarbeit
Ein Holzfußboden für den Balkon gibt es für „doppelte Linkshänder“
in Form von so genannten Terrassenfliesen fertig im Baumarkt, ist aber
auch für Heimwerker im Anfängerstadium fast im Handumdrehen zusammengebastelt.
Neben etwas Zeit benötigt man lediglich Werkzeug und das geeignete
Holz (siehe Kasten unten), letzteres lässt man sich idealerweise im
Baumarkt zuschneiden. Aber Obacht: Den Balkon vorher gewissenhaft ausmessen
– denn falsch zugeschnittenes Holz ist am teuersten, da am nutzlosesten.
Der erste Schritt zum Holzboden
Der Holzboden „Marke Eigenbau“ setzt sich im Großen und Ganzen aus
zwei Komponenten zusammen und ist denkbar einfach selbst erstellt:
Als Unterbau dienen Holzbalken, auf denen die zugeschnittenen Dielen
(der „Oberbau“) rechtwinklig mittels langer Holzschrauben (aus Edelstahl)
fixiert werden. Voilà – fertig ist der Holzboden!

Holz muss nicht immer klobig sein: ein Beispiel mit kleinen Platten
(Foto: Daniela Moll)
Vorbereitung ist das A und O
Natürlich bedarf dies der gründlichen Vorbereitung: Der Balkon will
gewissenhaft ausgemessen sein und die Dielen müssen genauestens zugeschnitten
werden, sonst mutiert das entspannte Heimwerken zur Frustfalle. Auf
den Unterbau einfach zu verzichten ist keine gute Idee, denn falls
die Dielen direkt auf dem Balkon aufliegen, kann das Regenwasser nicht
ablaufen und es sammelt sich unter ihnen Feuchtigkeit an. Konsequenz:
Schimmel und modrige Planken.
Das richtige Stück Holz
Bei der Wahl des Holzes sind dem Geschmack keine Grenzen gesetzt, allerdings
eignen sich für Holzbauten und Holzmöbel im Außenbereich vor allem
Tropenhölzer. Ihre Widerstandsfähigkeit gegen Wind, Wetter und Schädlinge
sorgt für jahrzehntelange Freude und das ganz ohne aufwendige Behandlung
mittels Chemikalien. Im Fall von Balkonböden kommt zumeist Bangkirai-Holz
(auch Yellow Balau genannt) zum Zug. Doch beim Kauf sollte darauf geachtet
werden, dass die Ware das Zertifikat des Forest Stewardship Council
(FSC) trägt, welches einen nachhaltigen Anbau dieses Rohstoffes garantiert.
Denn bei Tropenholz ist sonst leider nicht auszuschließen, dass für
die Verschönerung der eigenen vier Wände Raubbau an der Natur begangen
wurde. Und es ist ein Jammer und zutiefst unnötig, wenn Primärwälder
als Habitat unzähliger Tierarten und grüne Lunge unseres Planeten auf
mitteleuropäischen Balkonen und Terrassen landen. Zur Entspannung in
der Freiluftoase gehören schließlich nicht nur wohltemperierte Füße,
sondern auch ein gutes Gewissen.
Die industriell gefertigten Produkte, die uns umgeben, bestehen häufig aus Tausenden von Inhaltsstoffen. Dass einige von ihnen der Gesundheit schaden, ist kein Geheimnis. Vor allem Inneneinrichtungen können stark belastet sein. Besonders bei sensiblen Personengruppen wie Kleinkindern, Schwangeren und Genesenden können diese Wohngifte gesundheitliche Probleme auslösen oder vorhandene Schwierigkeiten verstärken.

Heimlichtuer: Deutlich ausgewiesen sind Wohngifte nur selten. (Foto:
www.pixelio.de, Gerd Altmann)
Die unsichtbare Bedrohung
Experten unterscheiden zwischen Giften, die sich in den Baumaterialien
befinden, und solchen, die sich in Teppichen, Vorhängen oder Möbeln
verbergen. Die häufigsten Giftstoffe sind Asbest, Formaldehyd, Holzschutzmittel
und Lösungsmittel aus Farben und Lacken. Kopfschmerzen, Atemwegsbeschwerden
oder Hautausschläge treten als die gängigsten Symptome auf. Oft wird
die wahre Ursache dieser Beschwerden nicht sofort erkannt, da die allermeisten
Schadstoffe geruchlos sind. Wenn die Komplikationen zeitgleich mit
Umzug, Renovierung oder neuen Möbeln auftreten, ist das ein deutliches
Signal. Um wieder beschwerdefrei zu leben, hilft dann nur die komplette
Entfernung des giftigen Haushaltsgegenstandes.
Bei Anruf Giftexperte
„Gifte in Atemluft und Hausstaub kann man nur mit Hilfe von Messinstrumenten
präzise identifizieren“, sagt Peter Braun, Schadstoffexperte vom B.A.U.C.H.-Verein für Umweltchemie e.V.
in Berlin „Vor der eigentlichen Schadstoffmessung sollte von einem
Fachkundigen geprüft werden, ob eine Analyse sinnvoll ist und wonach
gezielt gesucht werden muss.“ Eine typische Raumluftuntersuchung auf
etwa 170 Substanzen kostet rund 500 Euro.
Am sichersten und preiswertesten ist es daher, Wohngifte zu vermeiden.
Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf neuer Haushaltsgegenstände
über die verwendeten Materialien, das Gleiche gilt bei einer Renovierung
der Wohnung. Neue Möbel sollten Sie in einem kaum genutzten Zimmer
auslüften lassen, nach zwei bis vier Wochen gehen die Ausdünstungen
neuer Produkte erheblich zurück. Regelmäßiges Lüften senkt die Schadstoffbelastung
am einfachsten. Öffnen Sie also einmal pro Tag die Fenster und lassen
Sie die gesunde Berliner Luft herein.
Die
Stichsäge – für FeinmotorikerEinsatz: Die Stichsäge erlaubt sehr präzises Arbeiten. Besonders geeignet, um aus dünnen Platten, Brettern oder auch Balken geformte Teile auszusägen – auch in relativ engen Kurven und geschwungenen Linien. Antrieb: Die Regel ist der elektrische Antrieb mit Pendelhub – das Blatt pendelt hin und her, was die Leistung vergrößert. Blatt: Das schmale Sägeblatt sorgt für die nötige Feinheit. Einseitig eingespannt kann es mit dem freien Ende in das Material einstechen. Hierfür ist ein Loch, etwa eine Bohrung, notwendig. Die Blätter der Stichsäge mit Pendelhub gibt es in verschiedenen Längen, Dicken und Breiten. Material: Neben Holzplatten – dem Spezialgebiet der Stichsäge – sind auch andere Einsatzorte möglich, wie Massivholz, aber auch Metall. |
Einsatz: Die Bügelsäge trennt Werkstoffe durch Schlitze und Einschnitte. Charakteristisch ist der U-förmige, nach unten offene Bügel, mit dem man das eingespannte Sägeblatt hin- und herbewegt. Der Nachteil: Die Schnittbewegung in beide Richtungen lässt die Hälfte der Arbeitszeit ungenutzt. Antrieb: Bügelsägen gibt es als Hand- und Maschinensägen. Letztere wenden den genannten Nachteil zum Vorteil für kontinuierliche Sägeverfahren: dem Sägen am Band. Blatt: Von Vorteil ist das schmale Sägeblatt – es verringert den Krafteinsatz beim Einschneiden, dem „Zerspanen“. Die Spannung zwischen den Schenkeln des Bügels hält das Blatt straff. Material: Bügelsägen werden sowohl in der Holz- als auch in der Metallbearbeitung eingesetzt. Typische Formen sind die Laub-, Ast- und Zimmermannssäge bzw. die Handsäge. |
Einsatz: Der Fuchsschwanz findet vor allem zum Zerteilen großer Holzplatten Verwendung. Künstler benutzen ihn auch als Instrument: Mit einem Geigenbogen bringen sie das Blatt zum Schwingen und variieren die Tonhöhe durch Biegen. Antrieb: Die typische Handsäge gibt es auch in elektrischer Ausführung, etwa zum Abgleich dicker Platten. Diese Variante bezeichnet man korrekterweise als Säbelsäge. Blatt: Für den nötigen Stoß beim Sägen sorgen mehrere Eigenschaften: das kurze, sehr breite und dicke Sägeblatt, die großen Zähne sowie das Material selbst – meist kommt dabei Werkzeugstahl oder Hartmetall zum Einsatz. Material: Der Fuchsschwanz ist eine klassische Holzsäge. Die elektrische Version zersägt aber auch Kunststoff, Porenbeton und Gipskarton. |
Einsatz: Die handliche Universalsäge ist ein typisches Haushaltswerkzeug für kleinere Sägearbeiten. Elektroinstallateure benutzen sie häufig als professionelles Werkzeug zum Sägen von Kunststoffrohren. Antrieb: Die Puksäge, oft fälschlicherweise auch Bugsäge genannt, ist eine Handsäge. Blatt: Verbreitet sind Ausführungen, bei denen Bügel und Griff zusammen aus einem etwa 5 mm dicken Draht mit Sägeblättern von 150 mm Länge hergestellt sind. Es existieren jedoch auch Ausführungen mit stärkerem Bügel. Material: Auch wenn sie für unterschiedliche Werkstoffe erhältlich ist, schneidet die Puksäge aufgrund ihres Formats nur dünne Werkstoffe, wie Blech, Holz und Kunststoff. |
Die
kleine Holzkran-BastelstundeHoch ragen sie über Dächer unserer Städte. Große Kräne auf Baustellen begeistern nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Wie Sie die Riesen auf einen Meter stutzen und in Miniaturausführung selber bauen können, verrät zapf-Tischler Frank Rutkowski.
Zum Rüstzeug des Heimwerkers gehören Hammer, Nagel und Wasserwaage. Und was noch? für alle Lebensraumverschönerer und solche, die es werden wolle, bietet der NGV-Ratgeber „Renovieren und Modernisieren“ Anleitung und Information. Das solide gebundene Schwergewicht liegt mit seinen 1355 Gramm gut in der Hand und ist dank Register und großzügigem Inhaltsverzeichnis übersichtlich gestaltet.
Wer
schon immer wissen wollte, was genau „schwimmender Estrich“ bedeutet
und wie die Handwerker es hinkriegen, Fliesen so schnurgerade zu verlegen,
der findet hier ausführliche Antworten und viel Bildmaterial. Auch
Materialkunde gehört dazu: Warum die echte Lammfellrolle besonders
gut streicht und bei welchen Farben lieber Kunsthaarpinsel zur Anwendung
kommen sollten, wissen nach der Lektüre nicht mehr nur erfahrene Handwerker.
Bis hin zu Dachausbau und Haustechnik wie Heizungsinstallation und
Elektroplanung reicht der Themenbereich. Auch ambitionierte Heimwerker
finden also etwas zum Nachschlagen.
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, deshalb bleibt unser Kommentar zur vorgeschlagenen Raumgestaltung aus – letzten Endes kann ja auch jeder selbst entscheiden, welche Fliesen er verwendet. Fazit: Selbst wenn Sie komplizierte Arbeiten lieber den Profis überlassen, lohnt sich die Anschaffung (Preis im Handel: ca. 10 Euro). Nach der Lektüre lassen Sie sich nämlich im Baumarkt, in der Badplanung und beim Teppichkauf nicht mehr so leicht verschaukeln.
„Profi-Wissen für Heimwerker — Renovieren und Modernisieren“
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Erschienen 2006 bei Naumann & Göbel (NGV)
ISBN 3-625-11283-3
|