Das kostbare Nass gibt’s auch in Zukunft

Feuchte Aussichten: Die Wasserversorgung Berlins ist langfristig gesichert, jedoch leider zu höheren Preisen

Eine gute Nachricht gab es Mitte Mai zu vermelden, als die Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Katrin Lompscher, das Wasserversorgungskonzept für die Hauptstadt bis zum Jahr 2040 vorstellte. So muss sich die Berliner Bevölkerung auch zukünftig keine Sorgen um die Trinkwasserversorgung und die Qualität des Leitungswassers machen, denn die Hauptstadt kann beides langfristig aus eigenen Ressourcen gewährleisten. Nach wie vor soll das Trinkwasser zu 100 Prozent aus dem Grundwasser des Stadtgebietes gewonnen werden. Um hierbei böse Überraschungen zu vermeiden, wurden verschiedene Szenarien der demographischen, wirtschaftlichen, hydrologischen und klimatischen Veränderungen der nächsten Jahre betrachtet und bewertet. „Die Berliner Trinkwasserversorgung ist auch künftig sicher – auch im Hinblick auf die möglichen Folgen des Klimawandels“, erklärte Lompscher und brachte somit das Ergebnis des Versorgungskonzeptes auf den Punkt.

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Natürlicher Reichtum: die Gewässer Berlins und Brandenburgs
(Foto: wikipedia.de, Thomas Lehmann)

Um dies zu gewährleisten, wird das Trinkwasser zukünftig wieder von zehn statt bisher von neun Wasserwerken geliefert. Dass seit 2001 nur noch als Zwischenpumpwerk genutzte Werk in Johannisthal wird deshalb bis 2014 durch ein neues Wasserwerk ersetzt, wodurch das Grundwassermanagement in diesem Bezirk sowohl ökologisch nachhaltig als auch siedlungsverträglich gestaltet werden kann. Die bereits ausgemusterten Wasserwerke in Altglienicke, Buch und Jungfernheide hingegen stehen endgültig vor dem Aus, wodurch auch die Schutzgebietsverordnungen dieser Bezirke aufgehoben werden und somit diverse Verbote und Auflagen – wie z. B. Bauverbote – für die Anwohner wegfallen.

Mit der geografischen Verteilung der Wasserbetriebe und Pumpwerke soll u. a. der Problematik der zunehmend steigenden Grundwasserstände der Stadt begegnet werden. Diese sorgen in vielen Bezirken Berlins, so z. B. auch in Spandau, Friedenau, Friedrichshain, Mitte und Rudow, immer öfter für nasse Keller – ein Albtraum für jeden Hausbesitzer! Die Schuld tragen hierfür zum einen die immer wieder überdurchschnittlich hohen Niederschlagsmengen, die teilweise sogar etwa 40 Prozent über dem langjährigen Mittelwert lagen und somit den Boden mit Wasser sättigten. Zum anderen, so Stephan Natz, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe, trage der gesunkene Wasserverbrauch der Hauptstädter dazu bei, dass der Berliner Grundwasserspiegel in den letzten 20 Jahren wieder auf das Niveau von vor 150 Jahren gestiegen sei, als die Region noch nicht industrialisiert war. Denn mit einem geringerem Verbrauch geht die Reduzierung der Wasserförderung einher.

Grafik zur Wasserversorgung
Die Herkunft des Berliner Wassers
(Grafik: Daniela Moll)

An diesem Punkt setzt die Kritik des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) am neuen Wasserversorgungskonzept ein. Denn der sinkende Wasserverbrauch in den Berliner Haushalten sei ein Resultat des vergleichsweise teuren Trinkwassers der Hauptstadt – mit 5,10 Euro belege Berlin Platz Eins unter den deutschen Großstädten, so der BBU. Dass hunderte von Kellern in den betroffenen Bezirken durch drückendes Grundwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden, sei somit u. a. dem Umstand geschuldet, dass der Preis für einen Kubikmeter Wasser seit 2003 um fast 30 Prozent angehoben wurde und die Menschen sich einen sparsameren Umgang mit dem Trinkwasser angewöhnt hätten. Es wäre „wünschenswert“, so BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkhard, „wenn Frau Lompscher sich auch bei den Tarifen für die Verbraucher einsetzen würde, und Konkretes zur zukünftigen Tarifgestaltung gesagt hätte.“

Doch auch in Zukunft wird das Trinkwasser die Berliner wohl noch etwas teurer zu stehen kommen, als dies bisher der Fall ist. Da der Wasserverbrauch in Berlin seit 1989 um 45 Prozent zurückgegangen ist und dieser Trend wahrscheinlich auch für die Zukunft anhält, müssen die Fixkosten der Wasserbetriebe auf weniger Verbrauch umgelegt werden. Den Berlinern wird somit für ihren vorbildlichen, da sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser vermutlich mit nochmals steigenden Preisen „gedankt“.

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