
Zahlen erzählen. Zum Beispiel von Berlin. Berlin ist eine attraktive Stadt. Meinen wir, die wir hier leben. Aber wie sieht das die große Masse? Betrachtet man die absoluten Bevölkerungszahlen der letzten Jahre, fällt auf, dass das Urteil nicht immer eindeutig ausfällt. Kurz nach der Wende kam es – erwartungsgemäß – zu einem Anstieg der Bevölkerungszahlen. Allein über 600 Bundestagsabgeordnete inklusive Büroanhang mussten ja „relocated“ werden. Von den Ministerien ganz zu schweigen. Lag die Bevölkerungszahl am Ende des Jahres 1991 noch bei 3.446.031, war 1993 mit etwa 3,475 Millionen der Höchststand erreicht. Dieser hielt sich für etwa zwei Jahre, dann begann ein schleichender Exodus.

Mach mir die Welle! Die Einwohnerzahl Berlins schwankte in den letzten
Jahren stark.
Viele der Umzugswilligen zog es wohl aus der Innenstadt ins Grüne: Noch heute ist der Bevölkerungsverlust in Richtung Brandenburg konstant am größten. Der Statistiker spricht hier von „Wanderungen“ über die Stadtgrenze. Und deren Saldo ist negativ. Bis zum Jahr 2000 fiel die Bevölkerungszahl kontinuierlich ab. Tiefster Stand zu Zeiten des Millenniums: 3.382.169 Einwohner, das heißt 100.000 weniger als sieben Jahre zuvor. Und auch im Jahr 2006 verlor die Hauptstadt ganze 6.730 Bürger an das Umland.
Aber: zurück zu unserer Wellenbewegung. Seit ca. drei Jahren steigt die Attraktivität des Berliner Stadtbereichs offensichtlich wieder. Schon 2006 ist die magische Marke von 3.400.000 überschritten, im September 2007 erreichte die Stadt dann 3.410.000 Einwohner. Da Geburten- und Sterblichkeitsrate sich ungefähr die Waage halten, gibt es dafür nur einen Grund: Zuzug von außen. Im Jahr 2006 verlegten 118.893 Personen ihren Wohnsitz an die Spree, 108.214 kehrten Berlin den Rücken. Ein deutlicher Überschuss.
Wer kommt denn so nach Berlin? Aus dem EU-Ausland zogen insgesamt 17.962 Nicht-Deutsche nach Berlin, nur 10.694 von ihnen kehrten zurück in die Heimat. Aber auch aus dem Bundesgebiet kam ein Überschuss an Menschen. Neben den Brandenburgern (23.034) zog es vor allem Nordrhein-Westfalen (9.915), und Hessen (4.228) in die Hauptstadt, aus Norddeutschland kamen insbesondere Niedersachsen (6.320). Aus den neuen Bundesländern (exklusive Brandenburg) zogen insgesamt 13.513 Menschen hierher, zurück in die neuen Bundesländer zog es von Berlin aus nur 8.288. Die Wellenbewegung zeigt nach oben – mit der laufenden demografischen Entwicklung bleibt aber abzuwarten, wie lange noch.
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