Tipps
vom Fachmann für die erste Besichtigung Ihrer neuen WohnungWarum ist bei einer Immobilienbesichtigung der erste Eindruck
so wichtig?
Viele Mängel sind versteckt. Nehmen Sie zu einer Besichtigung
immer jemanden mit; am besten einen fachkundigen Handwerker aus Ihrem
Freundes- oder Bekanntenkreis und einen Makler Ihres Vertrauens. Diese
Fachleute können Ihnen helfen, oberflächlich herausgeputzte
Objekte sofort zu enttarnen und die Immobilie fair zu bewerten. Vier
Augen sehen immer mehr als zwei –
und im Zweifel haben Sie so auch einen Zeugen.

Aufpassen – Risse werden oft bei Besichtigungen übersehen
Worauf ist bei der ersten Wohnungsbesichtigung ganz besonders
zu achten?
Das fängt bei der Fassade an. Hier ist gerade bei Rissen oder
Blasen Vorsicht geboten, denn hier bedroht Feuchtigkeit das Mauerwerk.
Gleiches gilt für losen Putz. Machen Sie einfach einen Klopftest.
Schauen Sie sich auch Fenster und Türen genau an. Hakt es beim
Schließen? Dann sind meist die Dichtungen hinüber. Bei Fußböden
und Treppen sollten Sie auf Geräusche achten. Wenn es bei jedem
Schritt knarrt, dann muss in jedem Fall nachgearbeitet werden.
Wie kommt man versteckten Mängeln auf die Spur?
Schauen Sie genau hin. „Fahnden“ Sie bei der Besichtigung
gezielt nach Wasserflecken, die sich um Fenster und Balkontüren
bilden können und tasten Sie die Wände ab. Äußerste
Vorsicht ist bei dunklen Mauerverfärbungen, Schimmel oder graubraunen
Flecken auf der Tapete geboten. Die Wasserleitungen können Sie
ganz einfach prüfen, indem Sie die Wasserhähne aufdrehen
und den Druck prüfen. Bei der Heizungsanlage sollten die Thermostate
leichtgängig und die Heizungsrohre gut isoliert sein. Gleiches
gilt für die Isolierung: Geräusche aus der Nachbarwohnung
deuten oft auf eine schlechte Schalldämmung der Wände hin.
Was kann man vom Anbieter vor Ort verlangen?
Sie sollten sich nicht scheuen, beim Ortstermin wirklich alle Ihre
Fragen zu stellen. In puncto Elektrizität können Sie jederzeit
einen Elektro-Check vom Profi verlangen. Oder: Lassen Sie sich vom
Anbieter die letzten Wartungsprotokolle der Heizung zeigen.
Herr Saloch, zu welcher Tageszeit sollte man sich eine Wohnung anschauen?
Insgesamt sollte man sich eine Wohnung am besten zweimal anschauen,
einmal bei Tageslicht und einmal abends, wenn die Wohnung von künstlichem
Licht der Leuchten und Lampen ausgeleuchtet wird. Tages- und künstliches
Licht sind äußerst unterschiedlich in Einfallswinkel, Lichtintensität
und den Spiegelungen. Man nimmt viele Dinge wie Fugen, Kratzer, Erhöhungen
im Parkett oder Flecken bei Sonnenlicht ganz anders wahr als bei vertikaler
Deckenbeleuchtung. Und umgekehrt natürlich auch. Man sollte sich
daher bei Wohnungsbesichtigungen nie damit abspeisen lassen, dass in
einem Raum das Licht angeblich nicht geht oder nur eine 10 Watt-Lampe
zur Verfügung steht. Hier sollte man darauf bestehen, den Raum
bei voller Beleuchtung zu sehen. Denn was man bei der Wohnungsbesichtigung
nicht sieht, lässt sich später nur sehr schwer bemängeln.
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