Die kleine Hannah ist gerade vier Wochen alt. Mama und Papa sind bemüht, alle ihre Bedürfnisse bestmöglich zu erfüllen. Doch sie wissen, dass irgendwann in Hannahs Leben Liebe und Fürsorge alleine nicht mehr ausreichen werden, um ihre Wünsche zu erfüllen. Sei es eine Auslandsreise nach dem Abitur, ein Studium in einer neuen Stadt oder die Einrichtung der ersten eigenen Wohnung. Kinder kosten Geld, daher sind Eltern gut beraten, eine finanzielle Vorsorge ihres Kindes frühzeitig in Angriff zu nehmen. Doch was ist die sicherste und profitabelste Anlagestrategie?

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Mikel Wohlschlegel
Sparen und Versicherung trennen
Die Finanz- und Versicherungswelt hat den Vorsorgewunsch der Eltern
erkannt und lockt mit zahlreichen Angeboten viel versprechender Sparmöglichkeiten.
Unter kindgerechten Namen wie „Biene-Maja“ oder „Tabaluga“ sind Versicherungsschutzbriefe
für Kinder auf den Markt gekommen. Sie bieten Absicherung bei Unfällen,
Invalidität oder Todesfällen. Nach Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit
kann das investierte Geld flexibel für verschiedene Zwecke verwendet
werden. Auch spezielle Ausbildungsversicherungen sind in den letzten
Jahren populär geworden. Aber viele Versicherungsexperten warnen davor,
entpuppen sie sich doch bei genauerem Hinsehen als klassische Lebensversicherungen
in neuem Gewand. Obwohl die Angebote auf den ersten Blick eine attraktive
Lösung zu sein scheinen, erweisen sich beide Varianten aufgrund geringer
Renditen, langer Laufzeiten und hoher Verwaltungskosten für Sparvorhaben
ungeeignet.
Laut Dr. Peter Lischke von der Berliner Verbraucherzentrale ist Sparen für Kinder eine sinnvolle Sache. „Eltern und Großeltern sollten aber Versicherungsschutz und Sparvorhaben unbedingt voneinander trennen“, empfiehlt der Finanzexperte. Seiner Meinung nach sollten Eltern für den Nachwuchs ähnlich sparen wie für sich selbst. Die Entscheidung zwischen einer risikoreichen oder risikoarmen Anlagestrategie ist nach Lischkes Einschätzung alleine vom Mut des Anlegers abhängig.
Risiko oder Sicherheit?
Für risikofreudige Anleger sind Aktienfondssparpläne die beste Wahl.
Sie garantieren die höchste Renditechance, das Kapital ist jederzeit
verfügbar und die Eltern können frei über den Zeitpunkt und die Höhe
der Einzahlungen entscheiden. Da es sich hierbei jedoch um Aktien handelt,
die gemäß ihrem Wesen Kursschwankungen unterliegen, tragen sie eine
gewisse Unsicherheit in sich. Um diese zu minimieren, ist es ratsam,
eine breite Streuung sowohl branchen- als auch länderspezifisch zu
kaufen sowie mit einem längeren Ansparzeitraum zu kalkulieren.
Sicherheitsliebende Eltern sollten dagegen eher den Kauf von Bundesschatzbriefen in Erwägung ziehen. Sie garantieren eine jährlich steigende Zinszahlung sowie Zinseszinsen. Vorteil der Bundesschatzbriefe ist die Stabilität der Gewinne, da sie nicht an der Börse gehandelt werden. Nachteil hingegen sind die geringere Rendite und eine festgelegte Laufzeit, die eine freie Verfügung zu jeder Zeit verhindert. Risikoarmen Geldanlegern sind auch flexible Banksparpläne zu empfehlen. Ähnlich wie beim klassischen Sparbuch zahlt der Kunde regelmäßig einen bestimmten Betrag auf ein Konto ein, doch durch eine höhere Verzinsung sowie durch einen am Ende der vereinbarten Laufzeit ausgezahlten Bonus ist der Spareffekt größer. Bei der Auswahl eines Banksparplans ist ein Marktvergleich jedoch unverzichtbar, und die effektive Rendite sollte auf jeden Fall von der Bank vorgerechnet werden. Für Hannahs Eltern gilt daher: Sparen ja, aber nicht blauäugig, sondern mit Bedacht und Taschenrechner.
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