
Die Farbe ist Geschmackssache, die Lackvariante auch. (Foto:
photocase.de, Stefan Mörtl)
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Alkydlack oder Kunstharzlack
Reich an organischen Lösungsmitteln und daher nicht besonders umweltfreundlich
ist der Alkydlack. Er verläuft gut, Oberflächen werden strapazierbar
und glänzen ansprechend. Gründliches Lüften ist bei seiner Verabeitung
wichtig, da eine hohe Menge an Lösungsmitteln in die Luft entweicht.
Alkydharzlacke werden heute oft mit einem Öl (z.B. Leinöl, Tungöl,
Rizinusöl usw.) „modifiziert“. Ihre spezifischen Eigenschaften: wetter-,
stoß-, schlagfest und elastisch. Man kann damit innen wie außen arbeiten,
sie sind als Fensterlack ebenso einsetzbar wie als Möbellack. Wenn
man auf hundertprozentigen Hochglanz und schnelles Trocknen steht,
sollte man sich für einen solchen Kunstharzlack entscheiden.
Acryllack oder Wasserlack
Auf Wasserbasis hergestellte Lacke nähern sich den Ergebnissen von
Alkydlacken heute schon fast an. Sie werden mit Acrylharzen produziert,
die sich durch ihre Witterungsbeständigkeit auszeichnen. Für Heimwerker
angenehm: Die Werkzeuge lassen sich hinterher einfach mit Wasser reinigen.
Enthalten Acryllacke überwiegend Wasser und wenig Lösemittel, können
sie das Umweltzeichen „Blauer Engel“ erhalten. Dafür dürfen sie jedoch
nur eine geringe Menge Konservierungsstoffe und keine bleihaltigen
Hilfsstoffe enthalten. Acryllacke werden bevorzugt zur Lackierung von
Heizkörpern genutzt, da sie keine so starke Geruchsbelästigung wie
z.B. Alkydharzlacke hervorrufen.

Alkydlack — Acryllack — HS-Lack
Was steckt drin?
Grafik: Daniela Moll
High-Solid-Lacke
Mittlerweile existiert eine weitere Lackvariante, die die Vorteile
der beiden oben genannten Lacksorten verbinden, die so genannten High-Solid-Lacke.
Sie zeichnen sich durch einen hohen Feststoffanteil von bis zu 80%
aus. Ihr Lösemittelgehalt liegt deshalb nur zwischen 10 und 20%. Da
sie eine besonders dicke Lackschicht bilden, eignen sie sich im Heimwerkerbereich
vor allem zum Streichen von Fensterrahmen, Heizungskörpern u.ä.. HS-Lacke
werden mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ gekennzeichnet, wenn der
Lösemittelgehalt maximal 15% beträgt. Buntfarbtöne sind mit diesem
geringen Lösemittelanteil allerdings nicht herstellbar, daher wird
bei farbigen HS-Lacken oft mit einem höheren Lösemittelanteil gearbeitet.
Schellack — Vater aller Lacke
Das Bindemittel Schellack, das aus den Ausscheidungen der tropischen
Lackschildlaus gewonnen wird, gab allen anderen Lacken den Namen. Durch
Beigabe von Harzen, Wachsen und vor allem Alkohol als Lösemittel entsteht
ein goldgelber Lack, der insbesondere hellen Hölzern eine ganz spezielle,
bersteinschimmernde Farbe verleiht. Auch in puncto Umweltfreundlichkeit
kann Schellack punkten. Eine Schellackpolitur benötigt aber mehrere
Aufträge und ist deshalb sehr zeitintensiv. Außerdem ist Schellack
recht wasserempfindlich und wird bei kalten Temperaturen leicht spröde.
Liebhaber und Restauratoren antiker Holzmöbel werden trotzdem nicht
auf ihn verzichten wollen. Für unser Balkongitter fällt er aber aus.
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