Nesthocker im elterlichen Zuhause
Oftmals siedeln sich junge Leute bereits im Teenageralter im ausgebauten
Dachboden oder im Keller des Eigenheims an. Platz gibt es ja genug,
und es scheint nicht notwendig, flügge zu werden. Bei der Frage des
Auszugs spielen natürlich auch hohe finanzielle Ansprüche und lange
Ausbildungszeiten eine Rolle, die sich durch das Wohnen bei den Eltern
besonders komfortabel kompensieren lassen. Ein weiterer wichtiger Grund:
Bequemlichkeit. Nachdem es doch zu Hause bei Mama so einfach ist, fragen
sich viele, warum sie ausziehen und auf Wasch-, Putz- und Kochservice
verzichten sollen – zumal Mama das doch alles übernimmt. Denn die eigenen
vier Wände bringen natürlich neben der vermeintlichen Freiheit auch
jede Menge an Kosten und Arbeit mit sich. Wer hat schon Lust, den wohlverdienten
Feierabend dann auch noch den lästigen Haushaltspflichten zu opfern?

Hereinspaziert! Das Essen steht auf dem Tisch und die Wäsche ist gewaschen.
(Foto: Daniela Moll)
Kostenlose Vollpension war gestern
Trotz Annehmlichkeiten bringt die Rundumversorgung schwerwiegende Nachteile
mit sich: Die erwachsenen „Kinder“, die sich vom elterlichen Zuhause
nicht trennen können, nehmen im Erwachsenenalter eine ähnliche Rolle
wie in ihrer Jugendzeit ein. Auch kommt es zwischen den Generationen
oft zu Reibungspunkten. Denn zu Hause bei den Eltern ist man immer
noch das Kind – egal, in welchem Alter. Gerade bei jungen Männern ist
das „Hotel Mama“ beliebt. Frauen hingegen ziehen früher aus.
Nestflüchter: Leben, wie man es möchte
Egal, ob Tochter oder Sohn – den rechtzeitigen Absprung vom Elternhaus
sollte keiner verpassen. Eine räumliche Distanz zwischen Eltern und
erwachsenen Kindern bringt entscheidende Vorteile mit sich: Durch einen
Auszug entschärfen sich in der Regel Konflikte mit Eltern und Geschwistern.
So sieht man sich nicht mehr ständig und es kommt seltener zu alltäglichen
Konflikten. Außerdem: Wer sich erst einmal räumlich von zu Hause gelöst
hat, der schätzt die Besuche bei den Eltern ganz anders ein. Und der
gegenseitige Respekt wächst auch – insbesondere die Achtung der Kinder
vor den Eltern.
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