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Seit April 2003 gibt es einen Zen-Garten in Berlin – genauer im Erholungspark Marzahn. Der Japanische „Garten des zusammenfließenden Wassers“ mit traditionellen Stilelementen wurde konzipiert vom Gartendesigner, Professor und Zen-Priester Shunmyo Masuno und ist ein Projekt der Städtepartnerschaft Berlin-Tokio.
Der Zen-Garten als Teil des Japanischen Gartens ist von Anfang April bis Ende Oktober an Wochentagen ab 12 Uhr und am Wochenende und Feiertagen ab 9 Uhr für Besucher geöffnet.
Adresse: Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn, Eisenacher
Str. 99, 12685 Berlin
Anreise: S7, U5 sowie mit den Bussen 195 und X69
Eintritt: Erwachsene 3 EUR, Ermäßigt 1,50 EUR, Kinder bis
zum vollendeten 5. Lebensjahr sowie Rollstuhlfahrer und Schwerbehinderte
haben freien Eintritt.
Das gesamte Universum im Rechteck
Sandkästen sind nur was für Kinder? Falsch. Auch Erwachsene kann Sand
faszinieren. Die Rede ist nicht von Eimerchen und Schäufelchen, sondern
von Zen-Gärten im Kare-san-sui-Stil. In dieser reduzierten Form besteht
der Zen-Garten nur aus Sand und Steinen – auf Wasser und Pflanzen wird
verzichtet. Diese Trockengärten, die in Japan ihren Ursprung haben,
sind in Europa und Amerika vor allem im Miniaturformat berühmt geworden.
Ob Zuhause oder im Büro – Mini-Zen-Gärten strahlen eine geheimnisvolle
Ruhe und Schönheit aus. Im Zen-Buddhismus symbolisieren die Zen-Gärten
den menschlichen Geist im Idealzustand: ruhig, geordnet, klar und diszipliniert.
Sie sind Orte der Besinnlichkeit und sollen eine Verdichtung des Universums
auf kleinstem Raum darstellen.

Schritt für Schritt zum Zen-Garten
Foto: gruen-berlin.de, Japanischer Garten im Erholungspark
Marzahn
Das Zen-Garten 1x1
Zen-Gärten dienen im Buddhismus in erster Linie zur Meditation. Zen-Anhänger
konzentrieren sich beispielsweise ganz auf eine einfache Arbeit wie
das versunkene Rechen im Sand. Auch unter den „Lang-Nasen“ wächst die
Zahl derer, die überzeugt sind: Sandwellen und Steine fördern die Konzentration
und Kreativität bzw. helfen bei Liebeskummer, Kritik vom Chef oder
Denkblockaden.
Das Zen-Garten 1x1 ist auf den ersten Blick recht einfach: Die Wasserlinien,
die mit der Harke im Sand gezogen werden, symbolisieren natürliche
Strukturen wie Bäche, Gewässer aber auch die über das Meer kommenden
Götter. Wichtig ist, dass die Linien möglichst kein Anfang oder Ende
haben. Die Muster sollten immer so angelegt sein, dass die Linien ineinander
übergehen oder die Steine hervorheben. Die Steine wiederum symbolisieren
Berge, Tiere oder auch die vom Himmel herabsteigenden Götter. Sie sollten
nicht geometrisch angeordnet werden, sondern eher der zufälligen Struktur
der Natur entsprechen. Meistens werden fünf oder sieben Steine zu Gruppen
zusammengefasst oder auch einzeln platziert. Die Wasserlinien fließen
dabei um die vorher platzierten Steine herum.
Versenkung,
geistiges Zur-Ruhe-Kommen, und letzten Endes die spontante Erleuchtung
erstreben die Schüler des Zen-Buddhismus. Wir bleiben erstmal auf dem
Teppich und zeigen Ihnen, wie man einen Zen-Garten für zu Hause baut.
Aber bitte bedenken Sie: die Versenkung in den Bauprozess könnte schon
ein erster Schritt auf dem Weg zur Erleuchtung sein…
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