Trinkbares Wasser, Element des Lebens, ist auf dieser Erde ein Luxusgut. Was für ein Glück, dass Berlin geradezu darin schwimmt. Während andere Städte ihr Trinkwasser in aller Regel aus dem Umland fördern, versorgt sich Berlin aus dem Grundwasservorkommen im eigenen Stadtgebiet. Ein natürlicher Filter, der sandreiche Boden, sorgt zusätzlich für klare Feuchtverhältnisse. Das Berliner Grundwasser ist so sauber, dass die Wasserbetriebe nur Eisen herausfiltern müssen, bevor es – chlorfrei – in unsere Leitungen fließt.
Trotzdem muss der Berliner vergleichsweise viel für den Kubikmeter zahlen. „Das liegt an den stetig sinkenden Absatzzahlen“, erklärt Stephan Natz, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe (BWB). Noch vor 18 Jahren wurden pro Kopf gut 44 Prozent mehr Wasser verbraucht. Heute, mit weniger Industrie, sparsamen Geräten und Verbrauchern konsumiert der durchschnittliche Berliner nur noch 115 Liter pro Tag und damit ca. 10 Prozent weniger als der Bundesdurchschnitt. Dieser Rückgang wird von Umweltschützern begrüßt und ist gut für den Grundwasserspiegel, für die Wasserbetriebe bedeutet er aber ein Problem: die verrottende Kanalisation. Ausgelegt vor über 125 Jahren für eine wachsende Großstadt, bleibt in den Rohren heute oft das Dreckwasser liegen. Fauliger Gestank und Korrosion sind die Folge. Mit teurer Hochdruckreinigung und Chemikalien versuchen die Wasserbetriebe gegenzusteuern. Langfristig helfe nur ein stabiler, wenn nicht steigender Verbrauch, sagt Natz. Oder eine Sanierung des Rohrnetzes mit kleineren Rohren, entgegnen Umweltverbände. „Schön geträumt“, meint Natz dazu. Ein Rohraustausch allein reiche nicht aus. „Durch den rückläufigen Wasserabsatz müssen wir nicht nur in den Kanälen spülen, damit es nicht stinkt, sondern auch in den Trinkwasserrohren.“ Dem Endverbraucher sollte diese Diskussion nicht egal sein, denn letztlich landen alle Kosten – etwa 200 Millionen Euro pro Jahr – bei ihm.
Die Berliner Wasserbetriebe versuchen auf ihre Weise gegenzusteuern: Ab 1. Juli wird eine neue Tarifstruktur aus Grund- und Mengenpreisen eingeführt. Sie teilt den bisherigen Kubikmeter-Tarif in ein, so die BWB, „verursachergerechtes“ System auf. Getrennte Preise für Infrastruktur und genutzte Menge sollen Kosten genauer ausweisen.
Grundsätzlich gilt: Die Höhe des Grundpreises bemisst sich an der Kapazität des jeweiligen Wasserzählers (Qn) sowie an der jeweils abgenommenen Wassermenge. Je mehr Menschen sich einen Wasserzähler teilen, desto besser. Größerer Verbrauch bedeutet dann letztendlich einen besseren Preis pro Kubikmeter. Trotzdem werden die Preise laut einer Berechnung der Vereinigung der Berliner Unternehmerverbände (BUV) auch nach der Tarifreform noch 60% über denen von Köln, 56% über denen von München und 48% über denen von Düsseldorf liegen. Manche verdächtigen die Wasserbetriebe, allein auf die Profite ihrer Teilhaber zu schielen. Auch der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) fordert mehr Transparenz in der Wasserfrage. BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt: „Mit den neu eingeführten Grundpreisen decken die BWB nur drei Prozent ihrer Fixkosten ab. In anderen Städten liegt dieser Anteil bei 30 bis 40 Prozent.“ Die Wasserbetriebe geben das zwar zu, begründen ihre Preise aber mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 6 Mrd. Euro. Langfristig, ist Natz überzeugt, nützten diese Investitionen dem Umweltschutz und somit allen. Offenlegen muss der teilprivatisierte Betrieb seine Kostenkalkulation bisher nicht. Wasser wird also weiterhin Luxus bleiben…
Wer kennt sie nicht, die gelbroten Krusten am Boden des Wasserkochers
und die weißen Schlieren an der Duschwand? Berlin hat bekanntermaßen
hartes Wasser, meist im Härtebereich III (siehe Kasten). Als Wasserhärte
bezeichnet man die Konzentration der im Wasser gelösten Ionen
von Erdalkalimetallen. Zu diesen Hartmachern zählen beispielsweise
Calcium- und Magnesiumsalze. Sie sorgen vor allem bei Erhitzung über
60 Grad für die Entstehung von Kalk und so-genannten Kalkseifen – unlösliche
Verbindungen, die Geschmack und Aussehen von Getränken wie z.B.
Kaffee und Tee beeinträchtigen können. Außerdem erhöhen
Kalk und Kalkseifen den Energieverbrauch von Waschmaschinen und Geschirrspülern.
Wie wird die Wasserhärte gemessen?
In Deutschland wird die Wasserhärte in deutschen Härtegraden
(dH) angegeben und entsprechend dem Waschmittelgesetz in vier Härtebereiche
eingeteilt:
< 7°dH weiches Wasser Härtebereich I
7 – 14°dH mittelhartes Wasser Härtebereich II
14 – 21°dH hartes Wasser Härtebereich III
> 21°dH sehr hartes Wasser Härtebereich IV
Welchen Härtegrad das Wasser im eigenen Postleitzahlenbereich
hat, kann man auf www.bwb.de herausfinden.
Welche Wirkungen hat hartes Wasser auf die Gesundheit?
Wenn man sich auch um die Geräte sorgen muss, für den eigenen
Körper hat hartes Wasser keine negativen Konsequenzen. Hartes
Wasser ist sogar gesund, weil es lebenswichtige Mineralien enthält.
So ist Calcium ein wichtiger Baustoff für Knochen und Zähne
und unentbehrlich für die Blutgerinnung. Magnesium wirkt positiv
auf die Nerven, die Muskelarbeit, die Arterien und beugt Herzinfarkt
vor.
Tipps zum Umgang mit kalkhaltigem Wasser
Um den drohenden Herzinfarkt wegen der nächsten Rechnung für
Strom und/oder Waschmaschinenreparatur aber zu verhindern, sollten
einige Dinge beachtet werden:
Handelsübliche Wasserfilter funktionieren meist auf dem Prinzip des Ionenaustauschs in Kombination mit Aktivkohle. Der Tischfilter bindet Mineralien wie z.B. Calciumionen, das Wasser wird weich und schont den Wasserkocher. Leider besteht das Risiko, dass sich Bakterien oder Viren im Filter einnisten. Das heißt: Unbedingt nach der angegebenen Zeit die Filterkartusche wechseln!
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