Sonnenuntergang am See, Wellen die sanft in den Schlaf schaukeln, zum Frühstück kurz die Angel auswerfen… und das jeden Tag? Dass man auf dem Wasser wohnen kann, ist vielen bekannt, aber nicht, wie man den Traum vom eigenen Hausboot wahr macht. Ein Boot kaufen und umbauen lassen stellt – wenn man sich's leisten kann – keine große Herausforderung dar. Auf dem Wasser gilt kein Baurecht, Genehmigungen zum Umbau müssen also nicht eingeholt werden. Solaranlage, Glasdach, Sonnendeck aus Holz – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Der Weg zum Eigenheim auf dem Wasser ist trotzdem steinig. Felix Eisenhardt,
2004 mit seiner Familie auf ein Hausboot im Berliner Osthafen umgezogen,
weiß, dass ein Schiff zum Wohnen auf dem Wasser noch lange nicht
ausreicht. „Wer in Berlin einen dauerhaften Liegeplatz bekommt,
kann sich glücklich schätzen. Hier ist unsere Wohnform nämlich
nicht erwünscht“, ist er überzeugt. Zusätzlich
sei die Abstimmung zwischen den Behörden schwierig. Bei mindestens
drei Ämtern muss man in Berlin vorstellig werden: Bezirksamt,
Umweltamt sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt entscheiden nach unterschiedlichen
Kriterien, ob man seine dauerhafte Liegeerlaubnis bekommt. Mittlerweile
liegt Eisenhardt in der Rummelsburger Bucht. „Der tagtägliche
Kampf mit den Behörden zieht einem den Boden unter den Füßen
weg“, klagt der Segelfan, der sein ehemaliges Bauhüttenschiff
mit ca. 100 Quadratmetern liebevoll und eigenhändig saniert hat.
Eisenhardts Liegeerlaubnis läuft Ende Juni aus, danach weiß er
nicht wohin.
Dabei gibt es in Berlin auf Initiative der „Wasserstadt Berlin GmbH“ – einer hundertprozentigen Tochter der Stadt Berlin – sogar ein futuristisches Hausboot-Projekt. Dessen Realisierung in der Rummelsburger Bucht und im Spandauer See verzögert sich aber schon seit Jahren. Das Problem: die privaten Investoren geben sich nicht mit den auf 30 Jahre begrenzten Liegelaufzeiten auf dem Wasser zufrieden. Die „Wasserstadt“ erwartet in den nächsten Wochen eine Entscheidung über die Nutzung der Wassergrundstücke. Danach soll dann, so hofft Dr. Gunnar Pantel von der Wasserstadt GmbH, das Projekt „Floating Home“ in die nächste Phase gehen. Ob das die allgemeine Toleranz bei den Behörden für Hausboote erhöht und auch Leute wie Felix Eisenhardt weiter auf dem Wasser wohnen kann, ist ungewiss.
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